Es passiert immer öfter. Im Teammeeting, beim Mittagessen, im Flur. Jemand aus deinem Team schaut dich an und fragt: „Und, was hältst du eigentlich von KI? Nutzt du das auch?"

In diesem Moment passieren zwei Dinge gleichzeitig. Dein Team will wissen, ob du informiert bist. Und sie wollen wissen, wie sie sich verhalten sollen – darf man KI nutzen? Wird es erwartet? Wird es toleriert?

Deine Antwort setzt den Ton für das ganze Team.

Hier sind fünf Situationen – und Antworten, die Haltung zeigen ohne zu übertreiben oder zu untertreiben. Passe sie an deine eigene Sprache an.

01

„Nutzt du ChatGPT eigentlich auch?"

Das ist die häufigste Frage. Sie klingt beiläufig – ist es aber nicht. Dein Team will wissen, ob du selbst involviert bist oder nur darüber redest.

„Ja, ich nutze es regelmäßig – vor allem um Texte schneller zu strukturieren und um eine zweite Perspektive auf Entscheidungen zu bekommen. Es ist kein Wundertool, aber es spart mir echte Zeit. Was nutzt ihr schon?"
Warum das funktioniert: Du bist konkret statt abstrakt. Du räumst Grenzen ein. Und du lenkst das Gespräch zurück ins Team – das signalisiert Interesse, nicht Kontrolle.
02

„Macht KI unsere Jobs nicht irgendwann überflüssig?"

Diese Frage steckt voller Angst. Eine ausweichende Antwort macht es schlimmer. Eine zu optimistische auch.

„Das ist eine legitime Frage – und ich nehme sie ernst. Meine ehrliche Einschätzung: KI wird viele Aufgaben verändern, aber sie ersetzt nicht Menschen, die Kontext verstehen, Beziehungen aufbauen und Verantwortung tragen. Was sie tut: Sie macht bestimmte Routineaufgaben überflüssig. Deshalb finde ich es so wichtig, dass wir jetzt aktiv damit umgehen – damit wir die Entwicklung gestalten statt sie über uns ergehen zu lassen."
Warum das funktioniert: Du weichst nicht aus. Du nimmst die Sorge ernst. Und du bietest einen Ausweg an: aktiv gestalten statt passiv abwarten.
03

„Darf ich KI für meine Arbeit nutzen?"

Diese Frage zeigt, dass dein Team auf Orientierung wartet. Und dass es keine klaren Leitplanken gibt.

„Ja, grundsätzlich schon – und ich finde es gut, dass du fragst. Worauf ich Wert lege: Keine vertraulichen Kunden- oder Unternehmensdaten in öffentliche KI-Tools eingeben. Das Ergebnis immer selbst prüfen und verantworten. Und wenn du unsicher bist: lieber fragen. Ich würde gerne verstehen, wofür du es nutzen willst – lass uns kurz drüber reden."
Warum das funktioniert: Du gibst klare Leitplanken ohne zu bremsen. Du zeigst, dass du die Nutzung befürwortest. Und du bleibst im Gespräch.
04

„Ich verstehe das alles nicht – das ist nichts für mich."

Jemand in deinem Team zweifelt an sich selbst. Hier ist Führung gefragt, keine Technologie.

„Ich hab das am Anfang auch so empfunden. Und ich sage dir ehrlich: Du brauchst kein technisches Verständnis. Was du brauchst, ist die Bereitschaft es auszuprobieren – und das Wissen, dass Fehler okay sind. Kein Tool der Welt ist so intuitiv wie eine Suchmaschine, die einfach versteht was du meinst. Wenn du willst, schauen wir uns das zusammen kurz an."
Warum das funktioniert: Du normalisierst die Unsicherheit. Du senkst die Einstiegshürde. Und du bietest Unterstützung an ohne zu drängen.
05

„Unser Wettbewerber setzt jetzt überall KI ein – müssen wir das auch?"

Eine strategische Frage, die Führung verlangt.

„Wir müssen nicht alles nachmachen was andere tun – aber wir müssen verstehen was sich gerade verändert. Meine Haltung: Lieber jetzt gezielt ein bis zwei Bereiche identifizieren wo KI uns wirklich etwas bringt, als blind alles digitalisieren. Was ich von euch brauche: Schaut in eurem Bereich, wo ihr Routineaufgaben habt die euch Zeit kosten. Das ist unser Einstiegspunkt."
Warum das funktioniert: Du gibst eine klare Haltung. Du wirst nicht zum Getriebenen. Und du aktivierst dein Team als Mitgestalter.

Was alle fünf Antworten gemeinsam haben

Sie sind ehrlich – du übertreibst nicht, aber du redest das Thema auch nicht klein. Sie sind konkret – keine abstrakten Floskeln über „die Zukunft der Arbeit". Und sie laden ein: zum Gespräch, zum Ausprobieren, zur gemeinsamen Orientierung.

Dein Team braucht keine perfekten Antworten. Es braucht eine Führungskraft, die das Thema nicht wegdrückt.

Das Wichtigste: Du musst nicht alles wissen. Du musst nur zeigen, dass du dich damit auseinandersetzt. Das allein unterscheidet dich von vielen Führungskräften, die gerade so tun als wäre KI noch ein Randthema.

Nächster Schritt

Deine eigene KI-Haltung entwickeln.

Im KI-Strategietag für Führungsteams erarbeiten wir gemeinsam eine klare Haltung – für dich und dein gesamtes Führungsteam.

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Kerstin Weichselsdorfer
Trainerin, Beraterin & KI-Pionierin

Ich begleite Führungskräfte dabei, KI wirklich zu verstehen – und zu nutzen. Praxisnah, direkt, auf Augenhöhe.